Im Juni 2017 haben sich Debora und Meret mit einer sommerlichen Mission abermals auf den Weg nach Thessaloniki gemacht, mit der Idee des Lampetia Projektes im Gepäck.

Die Situation für geflüchtete Menschen in Nordgriechenland hat sich seit Anfang des Jahres nur wenig verbessert. Nach einer grossräumigen Umsiedlung vieler Familien, von Camps welche für die nasse Kälte des Winters und die trockene Hitze des Sommers nicht gerüstet waren, leben nun viele Menschen in Wohnungsblöcken ausserhalb der Stadtzentren. Trotz ihrer meist angenehmeren Wohnsituation sind die Flüchtlinge von der Aussenwelt weitgehend abgeschottet, da die Infrastruktur für ein angenehmes Leben schlicht nicht vorhanden ist.

Die öffentlichen Verkehrsmittel, welche Anschluss an die umliegenden Orte bieten würden, sind für die meisten Menschen nicht erschwinglich. Zu ihrer Immobilität und der schrecklichen Langeweile, kommt in den Sommermonaten noch eine Bruthitze die draussen fast nicht auszuhalten ist. Die Familien sind also in ihren kleinen Einzimmerwohnungen isoliert und sitzen mit ihren Kindern quasi fest.

 

Dem wollten wir mit dem Lampetia Projekt entgegenwirken. Mit der Idee, ein vielfältiges Freizeitprogramm für Gross und Klein zusammen zu stellen, kontaktierten wir das Tamam-Community Center im Dorf Sindos bei Thessaloniki und begannen mit der Planung. Nachdem uns die vor Ort arbeitenden Freiwilligen an ihrer Erfahrung mit der Flüchtlingsbevölkerung in Sindos teilhaben liessen, beschlossen wir unsere Idee den Bewohnern direkt zu unterbreiten. Konkret hatten wir wollten wir die Familien mit einem VW Bus täglich zum Baden und Verweilen an den Strand einladen. Wir waren erst besorgt, dass diese Idee vielleicht zu einfach ist und wir auf Unverständnis stossen würden.

Wie wir aber nach unserer ersten Runde in einem Wohnblock schnell feststellten, begeisterte die Idee eigentlich alle Bewohner und unsere Wochenpläne waren sofort gefüllt. Unsere Befürchtungen waren also umsonst und wir merkten, dass genau in der Einfachheit unserer Idee auch ihr grosser Wert und Erfolg lag.

 

Die darauf folgenden zwei Monate verbrachten wir also damit, jeden Tag mehrere Familien mit unserem Bus an einen nahegelegenen Strand zu bringen. Dies bot den Familien die Möglichkeit, einen ruhigen Nachmittag zusammen zu verbringen und die kühle Brise der Ägäis zu geniessen. Wir konnten den Eltern ihre Kinder für ein paar Stunden abnehmen und mit ihnen im Wasser spielen, was von den meisten als Chance genutzt wurde, selber baden zu gehen oder eine Wasserpfeife zu rauchen.

 

Am Ende der Ausflüge waren die Eltern stets zufrieden und die Kinder erschöpft vom planschen. Um den Sonnenuntergang brachten wir die Familien wieder in ihre Behausungen zurück und konnten uns nur schweren Herzens von ihnen verabschieden. Einige Familien luden uns zum Abendessen ein um sich für den schönen Tag zu revanchieren. Diese Einladungen nahmen wir ein paar Mal dankend an, andere Male mussten wir ablehnen da auch uns die Sonne und das Meer so sehr ermüdete, dass wir nach Hause mussten um am nächsten Tag neue Familien abholen zu können.

 

Wir schauen auf eine ereignisreiche und schöne Zeit zurück, in der wir die Familien welche unfreiwillig in Griechenland festsitzen näher kennenlernten und an ihren Schicksalen teilnahmen. Und wir lernten, dass ein Tag am Meer bei Familien von hier und dort zu viel Freude und lachenden Gesichtern führt.

 

Wir danken all unseren Unterstützern, die uns dieses Programm ermöglicht hatten. Um weiterhin solche Projekte planen zu können, sind wir auf Deine Unterstützung angewiesen.

 

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